Archiv der Kategorie: Wandern

Sommer, Sonne, Urlaub – Blogpause

Je länger dieser etwas unbeständige, aber herrliche Sommer andauert, umso weniger Lust verspüre ich, mich in mein stickiges Autoren-Kämmerchen zurückzuziehen und für meinen Blog Glossen und Artikel zu schreiben. Und ich habe den Eindruck, meine Freunde und Follower haben auch kaum Lust, meine Kopfgeburten zu lesen, denn im Sommer ist man mehr (schwitzender) Körper als Geist. Literatur passt besser zum Herbst und zum Winter. Deshalb ist es wie in jedem Jahr im Juli für mich an der Zeit, mich ein, zwei Monate im Internet ein wenig rar zu machen und ich werde mir meinen alljährlichen Sommerurlaub gönnen.

Ich will in den nächsten Wochen mit Frau Klammerle gemeinsam viel wandern, mit ihr Ausflüge machen, Freunde besuchen und irgendwo in den Hügeln im Hintergrund des obigen Fotos auf der Terrasse vor unserem diesjährigen Feriendomizil unter einer Pinie mit einem Glas Chianti in der Hand sitzen und träumend zusehen, wie sich die Welt auch ohne mich dreht. (Seht ihr mich auf dem Foto unten, rechts im Hintergrund? Ich winke.)

Übrigens werde ich auch den 2. Teil meines Geltsamer-Romans druckfertig machen, den ich trotz meiner Sommerpause hier weiter häppchenweise vorveröffentlichen werde. Er wird dann im Herbst, wenn ich erholt und voller neuer Ideen (hoffentlich) wieder in die heimatlichen Gefilde zurückkehre, im Buchhandel erscheinen.

Wenn man mich bis dahin vermisst: Meine Bücher, die es überall im Buchhandel als E-Book oder als Taschenbuch günstig zu kaufen gibt, sind eine ideale und unterhaltsame Sommerlektüre, egal man sie ob auf dem Balkon, am Strand oder auf einer Berghütte liest. Ich würde mich freuen. Und ein kleines Feriengeschenk habe ich noch:

Meine drei E-Books sind vom 25. Juli bis zum 6. August 2017 bei allen Buchhändlern zum Sonderpreis von 0,99 € erhältlich.
Wer jetzt nicht zuschlägt, ist selbst schuld.

Im September melde ich mich dann wieder.

Habt eine schöne Zeit bis dahin,

Euer Nikolaus

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Mein Vadderdag

Ich habe nie begriffen, warum Männer an Christi Himmelfahrt (auf gut schwäbisch „Vadderdag“ genannt) mit Bollerwägen und Bierkisten durch die Gegend ziehen und sich volllaufen lassen. Zudem dies in aller Regel keine Väter sind.

Ich für meinen Teil war heute mit Frau Klammerle und Sohn Nr. 1 beim Bergwandern. Gerade kommen wir wieder heim und lassen den warmen Tag auf unserer Terrasse ausklingen. Wir sind von Blaichach kurz hinter Immenstadt durch die idyllische Klamm der Gunzesrieder Ache (mit traumhaft schönem Stausee) gegangen und anschließend über Reute auf den Mittag, den ersten Gipfel der Nagelfluh-Kette. Es war ein herrlicher Tag und ich wünsche euch allen, dass eurer ebenso gelungen war.

  

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Reif für die Insel

Diese Aufnahme, die ich im Dschungel von Madeira machte, hätte mich in der letzten Woche beinahe das Leben gekostet, da ich beim Knipsen ausrutschte, mit der Stirn schwer auf einem der schlüpfrigen Steine aufschlug und dann noch ins Wasser fiel. Aber zum Glück gab es „nur“ tropfende Kleidung, eine blutende Platzwunde, große Beulen, Hämatome, eine zerbrochene Brille und ein angeknackstes Selbstbewusstsein … Aber das Foto ist klasse.

 

In den beiden nächsten Wochen lasse ich den Blog ruhen, da Frau Klammerle und ich einen Osterwanderurlaub auf einer fernen, aber nicht gerade einsamen Insel im Atlantik machen. Darauf freuen wir uns schon seit Wochen. Gut, dass ich für den „Geltsamer“ ein wenig portugiesisch gelernt habe. Bom dia! Como vai você?

Solltet ihr mich in der Zwischenzeit vermissen (was ich allerdings bei den mal wieder auf Null tendierenden Zugriffszahlen auf meinen Blog eher nicht vermute), habe ich für euch als kleines Ostergeschenk die überarbeiteten und fehlerbereinigten ersten 7 Kapitel – das sind über 300 Seiten (!) – von meinem im Herbst erscheinenden Roman „Der Weg, der in den Tag führt“ gratis als Ebook zum Download von meiner Dropbox. In drei Wochen geht es mit dem 8. Kapitel: „Alis‘ Märchen“ hier weiter. Einfach die passende Datei über den Link unten runterladen, auf den Reader, das Smartphone oder das Tablet packen und lesen, lesen, lesen!

Und dann gibt es natürlich auch noch meine veröffentlichten Bücher bei den meisten Internethändlern wie z. B. Amazon.de, Hugendubel.de, Weltbild.de, bücher.de, etc. und in ausgesuchten Buchhandlungen …

→ epub-Version für Tolino etc.   

→ azw3-Version für Kindle

Ich wünsche euch allen geruhsame, sonnige Ostern, in denen ihr viel Zeit zum Lesen findet.

Bis bald!

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Fasten mit Klammer (Zweite Woche)

Vermischte Nachrichten:

  • Die gute Botschaft zu Beginn: Ich lebe noch und ich habe meine strenge Null-Diät eine weitere Woche durchgehalten, schon 8 Kilo abgespeckt und zwei Konfektionsgrößen nach unten gerutscht, auch wenn es in meiner Umgebung noch keiner bemerkt hat. Die meisten bemerken zwar, dass etwas anders ist, aber nicht was. „Hast du eine andere Frisur?“, ist gerade eine häufige Frage, die mir gestellt wird. Tja, tägliches Sehen macht blind, wir nehmen unsere Umgebung nur noch unbewusst wahr. Noch fühle ich mich einigermaßen fit, habe kein Hungergefühl, werde aber heute Abend mit einem Apfel und einem Trinkjoghurt das Ende meiner Fastenzeit feiern und danach eine gemäßigte Diät beginnen, während der ich versuche, durch Radfahren und Laufen das Restfett durch Muskelmasse zu ersetzen. Schließlich haben meine Söhne im Sommer mit mir größere Bergtouren im Sinn (Anpruchsvolles: Säuling, Hochvogel, Klettersteige) und ich möchte nicht 200 Höhenmeter unter ihnen  den Steig empor keuchen.

Den Tee habe ich Frau Klammerle geklaut. Was den Sinnspruch am Bändel angeht: Siehe hier:

  • Das waren zwar nur zwölf und keine 40 Tage; aber ich bin nicht der Sohn Gottes. Ich bin trotzdem auf meine Leistung stolz. Wobei mich der Satan in Gestalt von Frau Klammerle und – vorübergehend – wieder zu uns gezogenem Sohn Nr. 1 (1) durchaus täglich mit demonstrativ üppigen Mahlzeiten, gefülltem Kühlschrank, täglichem „Perfektes Dinner“-Glotzen und Geprächen über allerlei Kochrezepte gequält und in Versuchung geführt hat. Doch ich habe tapfer widerstanden.
  • Mein Fasten ist übrigens nicht religiös oder gar spirituell-esoterisch motiviert, um in höhere Bewusstseinszustände vorzudringen, sondern nur durch meinen schwellenden Bierbauch und die dadurch verbunden Unannehmlichkeiten. Würde ich übrigens, wie in meinem Dorf üblich, katholisch-bayerisch fasten, dann ließe ich vielleicht einen Knödel vom vegetarischen Schweinsbraten (Entschuldige, Hans-Dieter) weg und würde den Verlust durch einen dunklen Doppel-Bock ausgleichen. Überhaupt finde ich es seltsam, wie die Kirchen heutzutage mit der Fastenzeit umgehen. Offenbar ist sie den Gläubigen kaum mehr zu vermitteln. Anstatt wie früher auf’s Fressen und auf übermäßigen Fleischkonsum zu verzichten – was durchaus sinnvoll wäre, denn wir leben ja in einer Zeit, in der tatsächlich täglich mehr Menschen am übermäßigen Konsum als am Hunger sterben – sollen wir „Smartphone-“ oder „Autofasten“. Wirklich seltsam; was soll denn das sein? Was wohl der Messias in der Wüste zu diesem homöophatischen Genussverzicht gesagt hätte?
  • Aber ich gebe es zu: Ein ganz klein wenig Spiritualität schwingt gerade in den letzten Tagen doch bei mir mit. Ich fühle mich allen zum Essen Gezwungenen und von ihren Gelüsten Getriebenen überlegen, stehe als priesterlicher Asket und Yogimeister daneben und verstehe die ganze Aufregung nicht. Auch wenn ich kein Freund der christlichen und leider auch Decartes’schen Trennung von Körper und Seele bin, ist es doch jeden Morgen ein Triumph meines Geistes, dem Körper erneut einen Tag lag meinen Willen aufgezwungen und ihn unterjocht zu haben. Das ist ein schwierig zu beschreibendes Gefühl von … ja, von Freiheit und Unabhängigkeit.
  • Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. Ich habe festgestellt, dass es, je älter ich werde, immer schwieriger wird, abzunehmen. Der Körper klammert sich verzweifelt an seinen Pfunden fest und will wie ein alter Geizhals sein angefressenes Kapital nicht mehr hergeben. Dazu kommt der Effekt, dass ich immer zuerst im Gesicht abnehme und sich die Falten, die bisher vom Fett aufgepolstert waren, vertiefen, auch am Hals, der vorher so schön glatt war. Ich fühle mich zwar wie Zwanzig, solange ich nicht in den Spiegel sehe, mache ich es jedoch, starrt mich das Alter mit seiner hässlichen Fratze an. Den Bart abzunehmen und die Haare kurz zu schneiden, half ein wenig, den morgendlichen Blick in den Spiegel zu ertragen.
  • Dazu kommt, dass mir dauernd kalt ist, ich nachts nur unruhig schlafe und sehr schnell ermüde. Gerüche (2), Farben, Sinneseindrücke allgemein, nehme ich dafür deutlicher wahr – manchmal ein Segen, meistens eher nicht. Hier noch eine Warnung: Wer dieses extrem harte Fasten nachmachen will, sollte wirklich nur Wasser und Kräutertees trinken, aber auf keinen Fall irgendeine Diät-Cola. In der sind zwar keine Kalorien, weil ein künstlicher Zuckeraustauschstoff oder Stevia benutzt wurden, aber diese bewirkt, dass die Zunge trotzdem „süß“ schmeckt und der Körper beginnt, Insulin zu produzieren. Dadurch kommt es zu einem Heißhunger auf Süßigkeiten.
  • Nun endet mein diesjähriges Fasten, denn an diesem Wochenende haben sowohl mein Schwager als auch Frau Klammerle Geburtstag und ich werde mich irgendwie durchmogeln müssen, ohne allzuviel zu essen oder zu trinken. Ich werde weiter berichten.

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(1) Der Beruf hat ihn wieder von Tübingen nach Augsburg verschlagen.Das war zwar ein Aufstieg, doch nun hat er (und auch Frau Klammerle und ich, die wir uns inzwischen gut ohne unsere Söhne eingerichtet haben) ein Problem: Der Wohnungsmarkt ist vor Ort gerade katastrophal schlecht, die Stadt, die bald 300000 Einwohner hat, zieht momentan viele, vor allem junge Menschen an, auch alle München-Pendler, die sich keine Wohnung in der Hauptstadt leisten können. Sohn Nr. 1 ist also wieder einmal auf Wohnungssuche und hat sich in der Zwischenzeit mit seinen Habseligkeiten in unserem ausgebauten Dachboden eingenistet, dessen zwei Räume Frau Klammerle als Yoga- und Sportzimmer und ich als Lese-, Herren- und Computerspielzimmer benutzen. Wer also eine kleine, nicht allzu teure Wohnung (Zwei Zimmer, Küche, Bad) im Augsburger Westen zu vermieten hat: Bitte, bitte bei mir melden. Wir wären ewig dankbar.

(2) Gerüche nehme ich besonders intensiv wahr. Wahrscheinlich erwacht in mir das Raubtier. Demnächst klaue ich noch kleinen Kindern ihre Lutscher.

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Fasten mit Klammer (Erste Woche)

Schluss, aus!

Die maximale Ranzenspannung ist erreicht, der Gürtel zwickt und die Schnalle ist im letzten Erweiterungsloch angekommen, aus meiner Konfektionsgröße bin ich längst hinaus gewachsen und die Hemden spannen sich bedrohlich über den wie warmer Hefeteig aufgequollenen Speckfalten. Gut, das war jetzt etwas übertrieben, aber leider nur wenig. Würde ich den Statistiken glauben, den ganzen BMI-Tabellen, Fachleuten, Diät-Ärzten und Faustregeln – die meiner Meinung nach nur dazu dienen, einem ein schlechtes Gewissen einzureden (1) – dann wäre ich ernsthaft krank und adipös – ein adipöser, mangelernährter, infarktgefährdeter Alkoholiker mit Bluthochdruck übrigens. Fehlte nur noch, ich würde zu rauchen beginnen. Tatsächlich fühle ich mich höchstens ein wenig übergewichtig, treibe allerdings außer Bergwandern keinen Sport, bin ein leidenschaftlicher Esser und trinke abends gerne ein, auch mal zwei Gläser Wein. Doch damit ist nun Schluss.

Klammer muss abnehmen!

Mal wieder. Ich bin der lebende Jo-Jo-Effekt, auch wenn es mir in den letzten zwölf Jahren gelungen ist, mein Gewicht besser in den Griff zu bekommen. Ich war als Kind bereits stark übergewichtig, als Jugendlicher und junger Erwachsener auch immer wieder mal fett. Den oberen Ausschlag auf der Skala erreichte ich mit Mitte Dreißig. Ich wog über einhundertzehn Kilo (2) und hatte beim (übrigens rauchenden und ebenfalls übergewichtigen) Amtsarzt Probleme, ein Gesundheitszeugnis für meinen neuen Job zu bekommen. Freilich hatte ich immer wieder versucht, mein Gewicht zu reduzieren und der unappetitliche Anblick, der sich mir im Spiegel (3) bot, entsprach ganz und gar nicht dem Eigenbild, das ich von mir als existentialistischer, zynischer Schriftsteller und Actionheld hatte. Aber ich fraß mir leider in einem halben Jahr jedes Kilo, das ich mir mühsam für den Job abhungerte, wieder an. Und selbstverständlich endeten die meisten hoffnungsvoll begonnenen Diäten nach drei Tagen in der Pizzeria um die Ecke. Ich bin der lebende Beweis dafür, dass Vegetarier nicht immer anämisch und dürr sein müssen.

Dann wurde ich Vierzig und mich schüttelte eine gewaltige Midlife-Krise durch. Ich änderte meine Gewohnheiten und hungerte mich in einem halben Jahr auf 73 Kilo herunter. Dieses Gewicht hielt ich viele Jahre. Doch nun habe ich wieder zu viel Speck auf den Rippen, er hat sich ganz langsam und von mir kaum bemerkt heimlich angesammelt. Natürlich habe ich längst noch nicht mein altes Kampfgewicht erreicht, das einem Sumo-Ringer Ehre machen würde. Aber die Notbremse muss gezogen werden. Ich bin am Ende der Fahnenstange angekommen.

Nun bin ich ein überaus ungeduldiger Mensch. Folglich will ich schnell abnehmen und da gibt es für mich nur einen einzigen Weg: Weniger essen. Es gibt tausend Diäten und jede verspricht Gewichtsverlust. Ob man sich nun modisch vegan ernährt, eine Trennkost-, Frauenzeitschriften-, Atkins-, Weight-Watchers-, Neandertaler-, Bikini-, Low-Carb-, Mittelmeer-Diät macht oder mithilfe des pappigen Nahrungsergänzungsmittels abnimmt, für das zwei oder drei Möpse und neuerdings eine vertrauenswürdig wirkende Aphotekerin mit „vielen leckeren Rezepten“ Werbung machen, sie funktionieren nur, weil man bewusst und fettärmer isst. Eigentlich einfach, oder?

Schon 5 Tage geschafft!

Für mich ist – zumindest bei Diätbeginn – die härteste Methode die Beste: Ich esse drei Wochen lang überhaupt nichts, verzichte auf feste Nahrung. Ich faste. Heute ist der fünfte Tag, an dem ich nur Kräutertees, Mineralwasser und Trinkjoghurt zu mir nehme und es geht mir gut. Die erste Krise ist überwunden. Das sind die Tage 2 und 3, an denen der Heißhunger fast übermächtig wird und ich den Eindruck habe, jeder in meiner Umgebung wäre ausschließlich mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Danach verschwindet der Hunger seltsamerweise für sieben Tage und ich fühle mich in dieser Zeit fit und gesund, geistig rege. Wie unter Drogen nehme ich Farben, Gerüche, Geräusche genauer und intensiver wahr und bin euphorisch und heiter. Es geht mir glänzend. Freilich betrügt mich hier mein Körper, er läuft auf Notstrom, erschöpft schnell und nachdem ich in den ersten Tagen einige schnelle Kilo abgenommen habe, weigert er sich dann für fast eine Woche, weiter an Gewicht zu verlieren. Dann allerdings, in der dritten Fastenwoche, geht es wieder rasant nach unten. Danach wechsle ich dann zu einer sanften Diät, mit der ich die Fastenerfolge festige und bis Ostern bin ich wieder rank und schlank. Dann will ich nämlich eine große Wanderreise (Madeira) unternehmen und möchte nicht den halben Bierkasten an augenblicklichem Übergewicht mit mir herumschleppen. Auch das Fahrrad wird wieder in Betrieb genommen.(4)

Ich wiege mich übrigens die ganze Zeit nicht. Das subjektive Empfinden, dünner zu werden – bereits jetzt nach vier Tagen Fasten passen meine Hosen wieder erheblich besser – ist wichtiger und wohltuender als die Kilozahl auf der Waage.

Ob das gesund ist? Ob man das empfehlen kann? Sicher nicht. Aber es ist meine Art abzunehmen und nie bin ich ein besserer Autor als in der Zeit, in der ich faste, als würde der Geist die Auszehrung des Körpers kompensieren.

Ich werde regelmäßig berichten, wie es mit mir weiter ergeht.

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(1) Diese Gesundheitsmafia, die mir ständig einreden will, ich würde über meine Verhältnisse leben, funktioniert wie die katholische Kirche: Das ganze System ruht auf dem schlechten Gewissen der Leute und ihrer Angst vor einer rächenden Gottheit.

(2) Das sind fast 230 Pfund! Bei meiner Körpergröße von 1,78 cm (morgens und gut gelaut gemessen) ist das gewaltig – 80 Pfund Übergewicht. Aber es ist auch ein bisschen wie bei Kalorien und Joules oder bei Euro und D-Mark: Je größer die Zahl, um so gewaltiger das Erschrecken.

(3) Einer der wenigen Gegenstände, die aus dem Nachlass meines Großvaters in meinen Besitz übergingen, ist ein großer Spiegel, vor dem er als Schneidermeister seine Kunden den Sitz der Anzüge probieren ließ. Ich kann diesen geschickt geschliffenen Schneiderspiegel nur empfehlen: In ihm sieht jeder ein paar Kilo leichter und ein paar Zentimeter größer aus.

(4) Obwohl ich kürzlich von einem Freund ein Grillbesteck in einem Koffer geschenkt bekam – also die Golftasche des Normalbürgers – ist ein E-Bike für mich noch keine Option. So alt fühle ich mich nicht. Ich werde mir auch keinen von diesen klobigen, wie aus Lego-Duplo-Steinen zusammengebauten übergroßen SUVs kaufen. Versprochen!

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Ich bin kurz weg …

Ich lege eine kurze Blogpause an einem Ort ohne Internet, Computer, Smartphone und vor allem ohne Fasching, Fasnacht, Karneval etc. ein und mache mit Frau Klammerle zusammen einen kurzen Abstecher ins schöne, hoffentlich sonnige Südtirol, wo ich meinen winterschlaffen Körper mit Radfahren, Langlaufen und Bergwandern wieder etwas in Form bringen möchte.

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Der Blick aus dem Fenster meiner Ferienwohnung (Foto vom letzten Jahr)

Am 6. März geht es dann mit einer neuen Fortsetzung von „Aber ein Traum“ weiter …

Ich will diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen, ohne mich bei meinen wenigen Lesern und insbesondere bei den drei fleißigen Bloggern herzlich zu bedanken, die seit Monaten beinahe  jeden meiner Artikel mit einem freundlichen „Gefällt mir“ absegnen – michaelaschreibt, simonsegur und seit kurzem auch karo-tina aldente.

Ich weiß freilich nicht, ob ihr meine Texte wirklich lest und delektiert, aber es ist trotzdem ein gutes Gefühl, da draußen in der feindlichen Wildnis nicht völlig einsam und verlassen zu sein.

Bis bald,

Nikolaus

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Am Wegesrand: Ein Spaziergang in den Februar

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Die Altwasser-Gehölze an den vom Tauwetter schlammigen und überschwemmten Schmutterwiesen sind noch kahl und kraftlos. Die Farben der Natur sind von dem eisigen Januar ausgewaschen, erschöpft, fahl. An schattigen Orten klammert sich hartnäckig vereister Firnis am Boden fest.

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Das Eis des versteckten Weiher inmitten der sich seit Jahrzehnten selbst überlassenen Schonung hat die Farbe von geronnener Milch. Darüber kämpft eine bleiche Sonne halbherzig mit den Wolkenschleiern. Ab und an färbt sich der Himmel hellblau und eine Ahnung von Frühjahr senkt sich wie ein feiner Geruch durch die Luft herab und liegt wie Tau auf der würzigen Erde.

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Glaube mir, dieser Winter, vielleicht gewinnt er noch die eine oder andere Schlacht, aber den Krieg gegen den Frühling, den hat er längst verloren.

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Eine Welt aus Kälte, Eis und Schnee

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»Die meisten von euch, meine südlichen Freunde«, begann Sahar seine Sage, nachdem er sich mit ein paar Blicken versichert hatte, dass er die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Zuhörer besaß, »kennen den Winter nicht und haben noch nie Schnee gesehen, deshalb lasst ihn mich euch zuerst beschreiben. Eine Schneeflocke ist ein kleiner, weicher Stern, der durch die Wolken zum Boden fällt, sich dabei weiß glitzernd um sich selbst dreht und wendet und im leichten Wind mutwillig wie ein eisiger Schmetterling tanzt. Fällt er auf deinen Handrücken, spürst du von ihm einen winzigen, eiskalten Mückenstich. Doch bevor du dir den ausgefransten Schneestern genauer betrachten kannst, taut er schon, schmilzt auf deiner warmen Haut zu einem köstlich kühlen Tau. Die Kinder in meinem Land versuchen, die Schneeflocken mit ihren Zungen zu fangen und sie erzählen sich, dass sie die gefrorenen Schweißperlen der dunkelsten unter den Wolkenriesen seinen. Eine genau auf die Spitze der Zunge segeln zu lassen, soll Glück bringen!

Fällte der Schnee jedoch auf die ewig gefrorene Erde der Tundra, so schmilzt er durchaus nicht, sondern er bleibt liegen und verbindet sich mit all den anderen Flocken, die sein Schicksal teilen, verwebt sich zu einer immer höher anwachsenden, blendend weißen Decke, die alles bedeckt, unter sich erstickt, abtötet, erfriert – egal, ob Pflanze, Tier, Mensch, Baum, Gebäude oder Berg. Die Konturen verschwimmen, die Welt wird kleiner, fast gemütlich, doch sie ist menschenfeindlich, gefährlich, sie verzeiht keinen Fehler. Ja, Schnee ist eine Todesfalle.

Bewohner von Karukora! Meine Geschichte spielt vor gut zweieinhalbtausend Jahren in den dunklen Jahrhunderten nach dem Fall der Drei Länder, nach deren schrecklichem Krieg alle Zivilisation, Kultur und Wissen, Mitmenschlichkeit und Friede für immer verloren schienen und die Menschen ganz langsam aus dem Albtraum zu erwachen begannen, der unsere Welt verwüstet und in einen Ort der Tränen und Verzweiflung verwandelt hatte. Sie beginnt im fernen Frostje im ewigen Eis, hoch im Norden der Welt, dort, wo der dämmrige Tag nur einige kurze Stunden und die Nacht oft ewig andauert. Schnee taumelte feucht aus den grauen, tiefen Wolken und er fiel so dicht und schwer, dass Straif nur wenige Fuß weit sehen konnte. Er stapfte müde und verzweifelt über das unter seinen Schritten knirschende, blendend-weiße Leintuch einer namenlosen Hochebene. Sie erstreckte sich weit unterhalb des vergletscherten Berges Trudgelmir, dessen Sattel der junge, tapfere Mann von Süden her überschritten hatte. Über dieser tief verschneiten Tundra, die längst alle Umrisse und Landmarken unter ihrer kalten Last verloren hatte und deren Horizont mit den Wolken verschmolz, tanzten munter die Schneeflocken, doch es war ein Totentanz, zu dem sie den verlorenen Jüngling aufforderten.

aus: „Der Weg, der in den Tag führt“, Anfang von Sahars Sage

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Eindrücke von einer Winterwanderung im eisig kalten und tief verschneiten Bayerischen Wald.

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Die Fotos sind in den Wäldern von Lam entstanden.

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Neujahrsspaziergang

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Auch 2017 ist bereits an seinem allerersten Morgen vom Blut unschuldiger Opfer und dem tollwütigen Geifer der blind Hassenden besudelt. Doch davon ist hier in der bayerisch-schwäbischen Provinz wenig zu bemerken. Dieser Neujahrstag ist strahlend, durchscheinend, mystisch. Die Rauhnächte haben den Wald verzaubert und die Wilde Jagd hat mit eisigen Fingern ihre Spuren an den Bäumen hinterlassen.

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Ich habe meine neuen Winterstiefel ausprobiert (frostsicher bis -50°) und mich zwischen Rommelsried und Agawang mit Frau Klammerle in die »Hölle« begeben – so heißt das hügelige Waldstück dort. Es war tatsächlich eine andere, stillere und bessere Welt, die ich euch nicht vorenthalten will. Und ich hatte warme Füße.

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Und damit verabschiede ich mich für eine Woche, da ich einen kleinen Winterwanderurlaub im Bayerischen Wald antreten will – noch weiter weg von all dem Trubel, dem Lärm und den schlechten Nachrichten. Ich wünsche euch ebenfalls stille, ruhige und vor allem friedliche Tage voller Zeit und einzigartigen Momenten.

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Bis bald, Euer Niklas.

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Kleine Pause …

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Der Blog ruht für ein paar Tage, denn ich mache mit Frau Klammerle einen kleinen Herbsturlaub auf der Alpensüdseite in der Nähe des Stilfser Jochs – wahrscheinlich die letzte Gelegenheit in diesem Jahr zum Bergwandern und zum Fertigstellen meines neuen Romans „Der Weg, der in den Tag führt“. Das Wetter scheint übrigens hervorragend zu werden.

Bis bald, Nikolaus.

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